Erklärungen zur Psychomotorik

Den Kernpunkt der Förderangebote des Vereins bildet die "psychomotorische Entwicklungsförderung", eine ganzheitliche Förderung des Kindes über Bewegung, Wahrnehmung und Spiel. Mit ihren präventiven und rehabilitativen Aspekten schlägt die Psychomotorik eine Brücke von der Pädagogik zur Therapie und umgekehrt. Die Nutzung der engen Wechselbeziehung der Motorik zu den anderen Persönlichkeitsbereichen stellt eine sehr effektive und kindgemäße Form der Entwicklungsförderung dar. Ansatzpunkte der Förderung sind dabei nicht die Schwächen, Defizite oder Auffälligkeiten eines Kindes, sondern dessen Stärken, Bedürfnisse, Wünsche und Vorlieben.

bewegungsspass mit wirkung

Im Mittelpunkt steht die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Handlungsfähigkeit des Kindes. Diese werden über den Erwerb von Ich-Kompetenz, Sach-Kompetenz und Sozial-Kompetenz erlangt:

Ich - Kompetenz

(seinen Körper wahrnehmen, erleben, kennenlernen, mit ihm umgehen)

Ein positives Körperbewusstsein ist Voraussetzung für die seelische und körperliche Entwicklung. Die Psychomotorik gibt Anregungen für den Aufbau einer positiven Körper- und Selbstwahrnehmung, die gleichzeitig zu einer Verbesserung des Körpergebrauchs und der Körperkontrolle hinführen.
Es werden Erfahrungen vermittelt, die das Kind sowohl kognitiv (die Wahrnehmung und Kenntnis des Körpers) als auch affektiv (zu spüren, wie sich der Körper anfühlt) ansprechen und ihm ein Wissen über den Körper vermitteln.

Sach - Kompetenz

(die Umwelt wahrnehmen, sich an Umweltgegebenheiten anpassen, mit ihr umgehen können, sie verändern können)

Alltagsmaterialien, psychomotorische Spiel- und Übungsmaterialien kombiniert mit Klein-, Hand- und Großgeräten aus dem sportmotorischen Bereich eröffnen dem Kind eine Bewegungswelt, die alle Sinnesbereiche anspricht. Die Kinder sammeln Erfahrungen über die Beschaffenheit von Materialien, ohne dass die Verwendungs- und Spielmöglichkeiten vorgegeben sind. So kann ein Turnbock z.B. nicht nur zum Überspringen eingesetzt werden, sondern lässt sich mit einem darübergebreiteten Tuch auch leicht als Höhle umfunktionieren.

Natürlich werden, allerdings abhängig von den jeweiligen Möglichkeiten, Naturspielräume wie Wald und Wiese genauso selbstverständlich genutzt wie Turnhallen, Schwimmbäder oder künstliche Übungsgeräte.

kompetenz

Sozial - Kompetenz

 

(andere wahrnehmen, sich an diese anpassen, mit anderen sinnvoll umgehen, andere verändern können)

Die Gruppe als soziale Form ist wesentlicher Bestandteil innerhalb der psychomotorischen Förderung. Die Kinder erfahren sich in der Auseinandersetzung mit anderen. Jedes Kind soll sich neben der Wahrung seines eigenen Bereiches als Teil der Gruppe erleben - an den Gemeinsamkeiten teilhaben, mit anderen etwas machen, anderen etwas zeigen, einander zusehen, eigene Ideen und Wünsche klarmachen und im spielerischen Handeln umsetzen.

Die hier formulierten Ziele gelten als Orientierungspunkte, um ein psychomotorisches Angebot vielfältig zu gestalten. Über Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen werden grundlegende Lernprozesse in Gang gesetzt, die die motorische, kognitive und soziale Handlungsfähigkeit erweitern.

Was bewirkt Psychomotorik? - Hier einige Auskünfte von unabhängigen Expertinnen und Experten als PDF zum Download:

Stellungnahme des Pädagogik-Professors Volker Ladenthin zur Wirksamkeit der Psychomotorik sowie der Arbeit des Fördervereins

Expertise von Psychologie-Professorin, Frau Prof.Dr. Röhr-Sendlmeier (ca. 150 kb)

Psychomotorik macht Kinder stark Pilotstudie der Universität Osnabrück